Kategorie: Bildinhalt: Surreal

Ich bin ein fauler Fotograf –
Bildmontagen gefallen mir besser

04.10.2017    

Von den bereitgestellten zehn Bildern soll ich mindestens fünf verwenden. Dieses verlockende Angebot kommt mir gerade recht. Bei den Kakteen gehe ich in die Vollen. Statt einen von zehn Exemplaren nutze ich alle. Außerdem baue ich den älteren Herren, die Holzmaserung, die Wellenstruktur und den Himmel in das Bild ein. Aus meinem eigenen Portfolio stammt nur der ausgetrocknete Boden.

Klimawandel

Klimawandel

So gefällt es mir. Ich muss gar nicht viel fotografieren, mir werden die meisten Fotos für die Montage zur Verfügung gestellt.

Wer war so nett und schenkte mir die Fotos? Welche Probleme musste ich lösen, um zu einem stimmigen Ergebnis zu kommen?

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Amateurfotografen und Profis –
Gursky hat bei einem Amateurfotografen gelernt

08.02.2017    

„Sind Sie Profi?“ Die Frage kommt für mich sehr überraschend. Auf der Eröffnung der von der Gesellschaft für Fotografie organisierten Ausstellung „100 Bilder des Jahres 2014“ stellt mir eine Besucherin diese eigentlich sehr einfache Frage. Ich antworte, dass ich seit fast 10 Jahren fotografiere, kein Geld damit verdiene und damit kein Profi bin.

Serie Lecker! / 2014

Serie Lecker! / 2014

Sie stellt dann einige Fragen zu der mit einem Preis prämierten Serie „Lecker!“. Ich erläutere wie ich zu dieser Serie gekommen bin und warum ich sie in dieser Art gestaltet habe.

Aus dem Heimweg erinnerte ich mich an die Frage, ob ich ein Profi sei. Ich hatte zwar prompt geantwortet, aber bei näherem Nachdenken fand ich, dass die Frage doch nicht so eindeutig zu beantworten ist.

Woran macht man die Unterscheidung von Hobby- und Profifotografen fest? An der Fotografie als Lebensgrundlage, einer institutionellen Ausbildung oder der Leistung? Schließlich hat Gursky seine erste Hochschulausbildung auch nur bei einem Autodidakten der Fotografie erhalten.

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Ein neuer Großformat-Drucker muss her

14.12.2016    

Meine Ausdrucke sahen plötzlich nicht mehr so gut aus. Der Fotodrucker versaute die Bilder mit schwarzen streifenförmigen Klecksen, zunächst am Rand und dann auch mitten im Bild.

Verschmutzter Ausdruck

Verschmutzter Ausdruck

Als der Fehler das erste Mal auftrat, hatte ich keine Lust, mich mit den lästigen Hardware-Fragen zu beschäftigen. Man hat sich ja eigentlich schon daran gewöhnt, dass das IT-Equipment in regelmäßigen Abständen erneuert werden will. Aber der Zeitpunkt ist nie der richtige.

Kann ich den Fehler selbst beheben? Muss das Gerät vom Hersteller repariert werden? Ist die Reparatur sinnvoll oder soll ich in neue Hardware investieren? Welches Produkt ist für mich geeignet? Von welchem Händler kaufe ich? …

Ich konnte die unangenehme Arbeit noch etwas schieben. In mattem Schwarz funktionierte der Drucker tadellos. Also waren jetzt Matt-Ausdrucke angesagt. Das hatte den Vorteil, dass ich die installierten Farbpatronen noch einige Wochen nutzen konnte. Aber als die erste Patrone zur Neige ging, musste ich mich mit den lästigen Fragen beschäftigen.

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Fotobilder am Computer inszenieren

30.11.2016    

Adlerlogis #1 / 2008

Adlerlogis #1 / 2008

Man kann Bilder mit den unterschiedlichsten Methoden inszenieren. Meist arrangiert der Fotograf das Motiv, um eine bestimmte Bildaussage zu erreichen. Mit Kamera und Beleuchtung setzt er das Foto entsprechend in Szene. Auch bei der Präsentation des fertigen Fotos hat man viele Möglichkeiten, den Betrachter gezielt anzusprechen.

Das war sehr schön auf der Ausstellung „Inszeniert! – Spektakel und Rollenspiel in der Gegenwartskunst“ zu sehen, von der ich im letzten Blog-Beitrag berichtete. Als ich die Kunsthalle verließ, fragte ich mich selbst, wie das eigentlich bei meinen Bildern funktioniert. Ich inszeniere vorwiegend mit den mächtigen Mitteln der digitalen Bildbearbeitung.

Beim Bild Adlerlogie #1 habe ich aus meiner Sicht relativ wenig korrigiert. Wie sah das Original aus? Was habe ich verändert und warum? In zwei weiteren Beispielen möchte ich Bilder mit stärkeren Bearbeitungen zeigen.

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Warum fotografierst Du?

24.08.2016    

Als ich vor zehn Jahren anfing zu fotografieren, habe ich mich nicht um die Frage nach dem „Warum“ gekümmert. Ich tat es einfach, weil es Freude machte. Nach einiger Zeit bin ich jedoch in einer fotografischen Sackgasse gelandet: Sind meine Fotos gut? An wen richten sich die Bilder? Wer schaut sich meine Fotos an?

Als Amateurfotograf habe ich zwar im Gegensatz zum auftragsgesteuerten Berufsfotografen alle Freiheiten, aber woher sollen Kritik und Anerkennung kommen? Da mir die Kommentare in den Foto-Communitys zu oberflächlich waren, versuchte ich es mit Wettbewerben. Ich fand insbesondere meine Landschaftsbilder sehr gelungen und beteiligte mich mit ihnen.

Das Feedback überraschte mich. Die Landschaftsbilder wollte keiner aber die vereinzelt als Lückenfüller mitgeschickten Architekturfotos wurden prämiert. Ich brauchte einige Zeit, bis mir klar wurde, dass ich die schönen Landschaften nur so wiedergegeben hatte, wie es Ansichtskarten leisten. Bei den Architekturfotos brachte ich jedoch unbewusst durch Ausschnitt, Farbgebung und Schärfenbereiche bereits eine eigene Sichtweise ein.

Das war einer der Anlässe für mich, meine Motivation zu hinterfragen. Wieso bin ich in diese Sackgasse geraten? Wo will ich eigentlich hin? Welchen Weg schlage ich ein? In vielen Blogs fand ich die Frage: „Warum fotografierst Du?“ Leider gaben die Beiträge nur Teilantworten. Ich beschäftigte mich intensiver mit dem Thema und versuchte, es aus es aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachteten.

Motivationsprofil mit drei Beispielen

Motivationsprofil mit drei Beispielen

Herausgekommen ist ein Motivationsprofil, das die unterschiedlichen Beweggründe verdeutlicht. Wie funktioniert es und wie hat es mir bei der Zielbestimmung und Routenplanung geholfen?

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Hommage an M. C. Escher & Co (2)

10.08.2016    

Das Bild „Treppauf Treppab“ von M. C. Escher, auf dem Personen endlos eine Treppe aufwärts und abwärts gehen, hängt seit vielen Jahren als gerahmtes Poster bei mir im Studio. Die Männer mit Kapuzen kommen nach einer Runde auf dem gleichen Höhenniveau an, auf dem sie gestartet sind. Obwohl die aufwärts gehenden Gestalten offensichtlich nur nach oben führende Stufen nutzen, gewinnen sie keinen Zentimeter an Höhe (zum Bild).

Wie in meinem letzten Blog-Beitrag angekündigt, habe ich versucht, mit Büchern ebenfalls eine unmögliche Treppe zu bauen.

Büchertreppe / 2016

Büchertreppe / 2016

Ich wusste nicht, wie aufwändig das werden würde. In dem Buch von B. Ernst „Der Zauberspiegel des M. C. Escher“ fand ich einige Erklärungen zu den perspektivischen Grundlagen. Aber diese Täuschung mit eigenen Mitteln nachzubilden, war dann doch wesentlich schwerer als ich es mir zunächst vorgestellt hatte.

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Hommage an M. C. Escher & Co (1)

27.07.2016    

Ich mag Bilder, die mich zum Nachdenken anregen. Bei einigen scheint auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Aber plötzlich merkt man, dass bei dem Bild etwas nicht stimmt. Es beginnt einen zu beschäftigen. Und dann entdeckt man, dass das Bild etwas darstellt, das in der Wirklichkeit nicht existieren kann. So ist es mir häufig mit den Grafiken von M. C. Escher gegangen.

Die in der Realität unmöglichen Darstellungen gefielen mir so gut, dass ich vor vielen Jahren zwei als Bild gerahmte Escher-Poster in meinem Studio aufhängte. Im Lauf der Zeit nahm ich die Bilder nicht mehr bewusst wahr. Sie dienten nur noch als Dekor.

Vor kurzem hielt ich ein größeres Foto in der Hand, um die unterschiedlichen Lichtwirkungen zu prüfen. Zufällig fiel mein Blick auch auf die Werke von Escher. Ich fragte mich, ob es möglich wäre, statt der Grafiken Fotografien der unmöglichen Figuren zu erstellen. Ein Foto ist schließlich näher an der Realität als eine Grafik und müsste den täuschenden Effekt und die Überraschung verstärken.

Tribar / 2016

Tribar / 2016

Mit welchen Objekten lässt sich die unmögliche Figur des Tribars bauen? Ich habe es mit Büchern probiert. Aber wie funktioniert nun eigentlich das Trugbild?

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