Meine zweite Fotosequenz (1)

11.01.2017    

Was ist das, mit dem die Möwe so heftig kämpft? Ich sehe nur, dass sie etwas aus dem Wasser zieht und mit der Beute einen wilden Tanz aufführt. Das Opfer wehrt sich anscheinend heftig. Ich kann aus der Entfernung aber nicht erkennen, was es ist. Nur, dass die Möwe ihre Beute wieder verliert, ins Wasser stiert und erneut mit dem kräftigen Schnabel nachstößt.

Noch während ich die Szene beobachte, reiße ich auch schon reflexartig die Kamera hoch. Ich fotografiere wild drauflos, ohne zu wissen, was sich da genau abspielt. Dabei bewährt sich wieder die Funktion „Reihenaufnahme“, die ich für solche Fälle standardmäßig eingestellt habe.

Bild 3: Gefangen! / 2014

Bild 3: Gefangen! / 2014

Ich schaue mir die sieben Aufnahmen nicht am Monitor der Kamera an. Abends sichere ich meine Beute des Tages auf dem Smartphone und sehe genau, was sich in den 25 Sekunden abgespielt hat. Die Möwe kämpfte mit einem Krebs, der sich heftig wehrte. Letztlich ist es dann für die Möwe dumm gelaufen. Der Krebs klappte seine scharfen Scheren zu und erwischte den oberen Schnabel. Die Möwe schaute blöd, konnte den Krebs nicht mehr fassen, der festgeklammert am Schnabel hing. Nachdem die Möwe einige Male heftig den Kopf geschüttelt hatte, ließ der Krebs los und verschwand im tieferen Wasser.

Im aufbereiteten Bild „Gefangen!“ sieht man, wie die Möwe gerade den Krebs aus dem Wasser gezogen hat. Mit vier weiteren Bildern habe ich die Fotosequenz „Dumm gelaufen“ aufgebaut.

Dem ersten Foto der Sequenz, auf dem die Möwe so gespannt ins Wasser blickt, gab ich den Titel „?“.

Bild 1: ? / 2014

Bild 1: ? / 2014

Im zweiten Foto stößt die Möwe mit dem Kopf ins Wasser.

Bild 2: Meins! / 2014

Bild 2: Meins! / 2014

Den Titel „Meins!“ habe ich in Erinnerung an den Film „Findet Nemo“ gewählt. Eine sehr treffende Szene, in der ein Pelikan auf einem Bootssteg mit Nemo spricht und sie von einem Schwarm aggressiver Möwen belauert werden, die es auf Nemo abgesehen haben und ihn mit dem wilden Geschrei „Meins“ für sich reklamieren. In einer anderen Szene beschimpft ein Pelikan die Möwen mit dem passenden Spitznamen „Ratten mit Flügeln“.

Die Möwe hat den Krebs am Bein erwischt und zieht ihn aus dem Wasser. Eine Schere ist bereits bedrohlich geöffnet.

Bild 3: Gefangen! / 2014

Bild 3: Gefangen! / 2014

Die Möwe dreht sich hin und her. Sie spürt Gegenwehr und weiß nicht genau, wie sie den Krebs richtig packen soll.

Bild 4: Gegenwehr / 2014

Bild 4: Gegenwehr / 2014

Und dann passiert es. Der Krebs erwischt mit seiner scharfen Schere den oberen Schnabel und lässt nicht mehr los.

Bild 5: Hilfe! / 2014

Bild 5: Hilfe! / 2014

Die Möwe kann nur noch mit heftigem Kopfschütteln reagieren. Der Krebs fliegt in hohem Bogen ins Wasser und verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Dumm gelaufen! Den Schluss der Szene habe ich mit der Kamera nicht mehr richtig erwischt. Aber das Bild mit der am Schnabel hängende Krabbe bildet aus meiner Sicht auch einen guten Abschluss.

In dieser Folge wirkt die Szene recht schlüssig. Lief das Geschehen tatsächlich so ab? Bei der Bearbeitung der Bildsequenz musste ich etwas nachhelfen. Die Qualität der Originalfotos war nicht so toll und die aufgenommene Bildfolge passte auch nicht so gut. Also gab es bei der Bildbearbeitung einiges zu tun.

Wie sahen die Originalfotos aus? Wo habe ich die Bildqualität verbessert? Was habe ich inszeniert? … Dazu mehr im nächsten Blog-Beitrag.

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